Niyazov
Turkmenistans Dilemma - Der Roman über das Nordkorea Zentralasiens
03.08.2011. Category:Turkmenistan
Zentralasien spielt in der fiktionalen Literatur immer noch eine untergeordnete Rolle. Auch wenn verschiedene russische Autoren, hier ist besonders Dostoyevsky zu nennen, eine gewisse Zeit, meist unfreiwillig, in der Region lebten, macht die Belletristik des 20. und 21. Jahrhunderts einen großen Bogen um die Landmasse zwischen Kaspischem Meer und den Himalaya-Ausläufern. Eine Ausnahme bildet natürlich der kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatov mit seinen Romanen.
Eine aktuelle literarische Reflexion von Diktaturen beschränkt sich meist auf die politische und gesellschaftliche Vergangenheit in Regimen Südamerikas oder der Sowjetunion. Will man allerdings die literarische Aufarbeitung jetzt bestehender Diktaturen studieren, bleibt dem geneigten Leser nur die Lektüre mutiger Schriftsteller aus China oder dem Iran.
Zentralasiens Despotien in Usbekistan oder Turkmenistan spielten bislang keine Rolle in der internationalen Literatur. Es mag auch daran liegen, dass ein Land wie Turkmenistan ähnlich abgeschottet ist wie Nordkorea, turkmenische Dissidenten und im Exil lebende Schriftsteller zu viel Angst vor persönlichen oder familiären Repressionen haben.
Im Falle Turkmenistans ist jetzt allerdings eine Neuigkeit zu vermelden: Mit dem Titel "Turkmenka" des deutsch-russischen Schriftstellers und Zentralasien-Experten Vitali Volkov ist erstmals ein Roman zur jüngsten Geschichte des gasreichen Landes aufgelegt worden. Das Buch erschien im Frühjahr im Moskauer Verlag "Buch-Club 36.6". Obwohl Volkovs eigentliche Profession die politische Analyse von Ereignissen in der zentralasiatischen Region für Rundfunk und Printmedien ist - gerade in diesem Jahr erhielt er eine Auszeichnung als erster westlicher Journalist vom Presseverband Kasachstans für seine Reportagen bei der russischen Redaktion der Deutschen Welle -, hat er sich bereits in der Vergangenheit über die Form des Romans mit diesem Genre beschäftigt; zuletzt erschien bereits eine politische Erzählung über Afghanistan.
Zunächst eine kurze Beschreibung von "Turkmenka": In dem Roman geht es um das Leben und Leiden einer turkmenischen Journalistin in den Jahren 2002 bis 2006, beginnend mit dem sogenannten "Attentat" auf den damaligen Staatspräsidenten Niyazov, auch besser bekannt als "Turkmenbaschi" (Vater aller Turkmenen) und es endet mit dem Tod Niyazovs 2006. Die Hauptfigur des Romans arbeitet verdeckt über eine NGO als unabhängige Journalistin und beschreibt das diktatorische und teilweise ins groteskenhaft ausufernde Machtgefüge Niyazovs.Turkmenka wird instrumentalisiert von ganz unterschiedlichen politischen Kräften wie westlichen Organisationen, turkmenischem Geheimdienst und der politischen Opposition in Turkmenistan.
Nachdem von der Staatsmacht verkündet wurde, dass ein Mordanschlag auf den Staatspräsidenten verübt wurde, muß sie das Land schnellstmöglich verlassen, um nicht das gleiche Schicksal zu haben wie einige Oppositionelle, die in den Verliesen Turkmenbaschis für immer verschwanden.
Turkmenka flieht nach Westeuropa, Hauptschauplätze sind hier Deutschland und Österreich, wo sie auch vom Geheimdienst Turkmenistans weiter verfolgt wird und jederzeit um ihr Leben fürchten muß. Im Zwiespalt unterschiedlicher Interessen und der Gefahren muß sie lernen, ihre nun gefundene Freiheit zu leben. Der Roman endet mit dem überraschenden Tod Niyazovs 2006.
Die Charakterstudie Turkmenkas zeigt, trotz aller "zentralasiatischer Besonderheiten", dass sich Volkov sehr stark an den Frauengestalten der russischen Weltliteratur orientiert. Es scheint fast so, als wäre die Protagonistin eine turkmenische Anna Karenina der Gegenwart, allein gelassen, freiheitsliebend und auf sich gestellt, oft ohne Hoffnung auf eine Perspektive, wie sie ihr Leben den neuen Umständen anpassen kann.
Bei der Lektüre wird schnell deutlich, wie gut der Autor das Leben von Menschen in der turkmenischen Diktatur kennt. Ebenso wird das Machtgefüge, das groteske Herrscherverhalten von Turkmenbaschi und seines Apparates fundiert und kenntnisreich beschrieben. Gerade für den westlichen Leser, der so gut wie nichts über Turkmenistan weiß, wird ein Bild entworfen, dass trotz seines fiktionalen Charakters die Zustände im Land sehr gut darzustellen vermag.
Ebenso kann man feststellen, dass der Roman "Turkmenka" einen fundierten, gar neuen Blick auf die Realität der Auseinandersetzung zweier Welten, der des Westens und Zentralasiens wirft, in politischer, gesellschaftlicher und subjektiver Hinsicht.
Es ist dem Roman zu wünschen, dass er auch einen westeuropäischen Verlag findet, denn gerade Europäer können durch dieses Buch erfahren, mit welchem Land und politischen System die EU neue Rohstoffquellen importieren möchte, um nicht mehr allein abhängig von Moskau zu sein. Die Schlussfolgerungen von "Turkmenka" lassen darauf schließen, dass die Kooperation mit einem System wie Turkmenistan nicht dazu führen wird, politisch und ökonomisch stabilere Energieaussenpolitik zu betreiben.
Note: An English translation of the book review will be published later this week.
Eine aktuelle literarische Reflexion von Diktaturen beschränkt sich meist auf die politische und gesellschaftliche Vergangenheit in Regimen Südamerikas oder der Sowjetunion. Will man allerdings die literarische Aufarbeitung jetzt bestehender Diktaturen studieren, bleibt dem geneigten Leser nur die Lektüre mutiger Schriftsteller aus China oder dem Iran.
Zentralasiens Despotien in Usbekistan oder Turkmenistan spielten bislang keine Rolle in der internationalen Literatur. Es mag auch daran liegen, dass ein Land wie Turkmenistan ähnlich abgeschottet ist wie Nordkorea, turkmenische Dissidenten und im Exil lebende Schriftsteller zu viel Angst vor persönlichen oder familiären Repressionen haben.
Im Falle Turkmenistans ist jetzt allerdings eine Neuigkeit zu vermelden: Mit dem Titel "Turkmenka" des deutsch-russischen Schriftstellers und Zentralasien-Experten Vitali Volkov ist erstmals ein Roman zur jüngsten Geschichte des gasreichen Landes aufgelegt worden. Das Buch erschien im Frühjahr im Moskauer Verlag "Buch-Club 36.6". Obwohl Volkovs eigentliche Profession die politische Analyse von Ereignissen in der zentralasiatischen Region für Rundfunk und Printmedien ist - gerade in diesem Jahr erhielt er eine Auszeichnung als erster westlicher Journalist vom Presseverband Kasachstans für seine Reportagen bei der russischen Redaktion der Deutschen Welle -, hat er sich bereits in der Vergangenheit über die Form des Romans mit diesem Genre beschäftigt; zuletzt erschien bereits eine politische Erzählung über Afghanistan.
Zunächst eine kurze Beschreibung von "Turkmenka": In dem Roman geht es um das Leben und Leiden einer turkmenischen Journalistin in den Jahren 2002 bis 2006, beginnend mit dem sogenannten "Attentat" auf den damaligen Staatspräsidenten Niyazov, auch besser bekannt als "Turkmenbaschi" (Vater aller Turkmenen) und es endet mit dem Tod Niyazovs 2006. Die Hauptfigur des Romans arbeitet verdeckt über eine NGO als unabhängige Journalistin und beschreibt das diktatorische und teilweise ins groteskenhaft ausufernde Machtgefüge Niyazovs.Turkmenka wird instrumentalisiert von ganz unterschiedlichen politischen Kräften wie westlichen Organisationen, turkmenischem Geheimdienst und der politischen Opposition in Turkmenistan.
Nachdem von der Staatsmacht verkündet wurde, dass ein Mordanschlag auf den Staatspräsidenten verübt wurde, muß sie das Land schnellstmöglich verlassen, um nicht das gleiche Schicksal zu haben wie einige Oppositionelle, die in den Verliesen Turkmenbaschis für immer verschwanden.
Turkmenka flieht nach Westeuropa, Hauptschauplätze sind hier Deutschland und Österreich, wo sie auch vom Geheimdienst Turkmenistans weiter verfolgt wird und jederzeit um ihr Leben fürchten muß. Im Zwiespalt unterschiedlicher Interessen und der Gefahren muß sie lernen, ihre nun gefundene Freiheit zu leben. Der Roman endet mit dem überraschenden Tod Niyazovs 2006.
Die Charakterstudie Turkmenkas zeigt, trotz aller "zentralasiatischer Besonderheiten", dass sich Volkov sehr stark an den Frauengestalten der russischen Weltliteratur orientiert. Es scheint fast so, als wäre die Protagonistin eine turkmenische Anna Karenina der Gegenwart, allein gelassen, freiheitsliebend und auf sich gestellt, oft ohne Hoffnung auf eine Perspektive, wie sie ihr Leben den neuen Umständen anpassen kann.
Bei der Lektüre wird schnell deutlich, wie gut der Autor das Leben von Menschen in der turkmenischen Diktatur kennt. Ebenso wird das Machtgefüge, das groteske Herrscherverhalten von Turkmenbaschi und seines Apparates fundiert und kenntnisreich beschrieben. Gerade für den westlichen Leser, der so gut wie nichts über Turkmenistan weiß, wird ein Bild entworfen, dass trotz seines fiktionalen Charakters die Zustände im Land sehr gut darzustellen vermag.
Ebenso kann man feststellen, dass der Roman "Turkmenka" einen fundierten, gar neuen Blick auf die Realität der Auseinandersetzung zweier Welten, der des Westens und Zentralasiens wirft, in politischer, gesellschaftlicher und subjektiver Hinsicht.
Es ist dem Roman zu wünschen, dass er auch einen westeuropäischen Verlag findet, denn gerade Europäer können durch dieses Buch erfahren, mit welchem Land und politischen System die EU neue Rohstoffquellen importieren möchte, um nicht mehr allein abhängig von Moskau zu sein. Die Schlussfolgerungen von "Turkmenka" lassen darauf schließen, dass die Kooperation mit einem System wie Turkmenistan nicht dazu führen wird, politisch und ökonomisch stabilere Energieaussenpolitik zu betreiben.
Note: An English translation of the book review will be published later this week.
Turkmen and Uzbek Presidents Make Newsweek's Despot Index
20.05.2011. Category:Turkmenistan | Uzbekistan
President Gurbanguly Berdymukhamedov has madeNewsweek's Despot Index of the top 10 dictators of the world.
With his trademark "Peter Gallagher eyebrows" and "legit pal" Prince Andrew, as well as his "intellectual pursuit" as a trained dentist, the Turkmen leader's "future prospects" are considered "very good," says Newsweek.More ...
With his trademark "Peter Gallagher eyebrows" and "legit pal" Prince Andrew, as well as his "intellectual pursuit" as a trained dentist, the Turkmen leader's "future prospects" are considered "very good," says Newsweek.More ...
Statement Energy Security and Democratic Development: the case of Turkmenistan
09.11.2010. Category:Turkmenistan
ETG was invited to speak about energy, security and democratic development at a conference, organised by the German Government and FRIDE.
Please find Michael’s speech below:
Ladies and Gentlemen:
At first, I would also like to thank the organizers of today‘s conference here in Bonn for discussing those important questions, dedicated to the relations between the European Union and Central Asia.
When reflecting about the topic of this event, one might think that energy security would be the relevant part the European Union and its member states is interested in, while democratic development is mainly relevant for the future of the Central Asian states, in this case Turkmenistan. But in fact, democratic development is not only important and essential for Turkmenistan itself, it has an impact to stability and security within the whole Eurasian region, with direct consequences for the EU, for the OSCE, for NATO and other institutions.
The relations between the European Union and Turkmenistan are mainly based on establishing an energy dialogue. It can be described as a pragmatic approach, because it differs from the basic principles of the EU Central Asia Strategy, defined under the German Presidency in 2006, whereby the promotion of democracy and the rule of law form the basis for more intense bilateral relations.
However, a number of steps taken by Brussels over the past years seem to indicate that in the case of Turkmenistan, the Union is placing bilateral relations ahead of its ratified commitment to values. More ...
Please find Michael’s speech below:
Ladies and Gentlemen:
At first, I would also like to thank the organizers of today‘s conference here in Bonn for discussing those important questions, dedicated to the relations between the European Union and Central Asia.
When reflecting about the topic of this event, one might think that energy security would be the relevant part the European Union and its member states is interested in, while democratic development is mainly relevant for the future of the Central Asian states, in this case Turkmenistan. But in fact, democratic development is not only important and essential for Turkmenistan itself, it has an impact to stability and security within the whole Eurasian region, with direct consequences for the EU, for the OSCE, for NATO and other institutions.
The relations between the European Union and Turkmenistan are mainly based on establishing an energy dialogue. It can be described as a pragmatic approach, because it differs from the basic principles of the EU Central Asia Strategy, defined under the German Presidency in 2006, whereby the promotion of democracy and the rule of law form the basis for more intense bilateral relations.
However, a number of steps taken by Brussels over the past years seem to indicate that in the case of Turkmenistan, the Union is placing bilateral relations ahead of its ratified commitment to values. More ...
Turkmenbashi's arch to be removed
19.01.2010. Category:Turkmenistan
A giant arch topped by a gold-plated statue of Turkmenistan's late leader, Saparmyrat Niyazov, is to be moved out of the centre of the country's capital.

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Are reforms back on the shelf?
23.09.2009. Category:Turkmenistan
Turkmen president Gurbanguly Berdimuhammedov is making a trip to the United States this week which includes a speech at the annual session of the United Nations General Assembly and meetings with top US officials. It will be difficult for him to present himself as the hoped for reformer who is willing to take Turkmenistan out of present isolationist course.More ...
Is Turkmenistan a reliable partner for the EU? New ETG Analysis
16.09.2009. Category:Turkmenistan
Relations between the European Union (EU) and Turkmenistan are focused on establishing an energy dialogue. Prior to the death of President Niyazov, Turkmenistan was the most isolated country in Central Asia. Ties between Brussels and Ashgabat were poor at best. The emergence of Berdymukhamedov as Niyazov’s successor and his subsequent election to the presidency gave the EU a chance to move bilateral relations with Turkmenistan to a qualitatively new level. The initial rhetoric of the new president was promising. He appeared to identify some changes in foreign and economic policy, namely, a strengthening of the country’s orientation towards the West. This encouraged Brussels to hope for new opportunities with Turkmenistan.More ...
Open letter to the Chairman of the German Social Democrats
26.03.2009. Category:Central Asia
Probably only for insiders in Germany and Switzerland: The Chairman of the SPD, Franz Muentefering, said recently that the German Army could invade in Switzerland, in order to get an agreement on opening the Swiss bank secret for the German fiscal authorities. Although he of course did not intend to do so (strange kind of humour), a huge discussion began in the German and Swiss press.
A specialist on Central Asia wrote an open letter to Chairman Muentefering, which we would like to publish here (sorry, only in German). If you need a rough translation, let us know.More ...
A specialist on Central Asia wrote an open letter to Chairman Muentefering, which we would like to publish here (sorry, only in German). If you need a rough translation, let us know.More ...
Deutsche Bank complicit in Niyazov's terror regime
12.03.2009. Category:Turkmenistan
A new report slams a leading German bank for allowing Turkmenistan’s former president, Saparmurat Niyazov, to stash billions of dollars in state earnings in a personally controlled account.More ...
Turkmenistan's 'gray cardinal' leaves government
23.01.2009. Category:Turkmenistan
With the resignation this week of a cabinet minister widely regarded as the "gray cardinal" behind its current president, Turkmenistan has lost the last of the old guard installed by the late strongman Sapamurat Niyazov. More ...
Incompetent officials hinder Turkmen reforms
23.01.2009. Category:Turkmenistan
Turkmen president Gurbanguly Berdymuhammedov is engaged in a major reshuffle of his top officials, although NBCentralAsia analysts question whether simply bringing in new faces will be enough to make government more efficient.
More ...US Embassy in Turkmenistan: Improving relations
20.01.2009. Category:Turkmenistan
The U.S. Embassy in Ashgabat says bilateral relations have improved since Turkmen President Gurbanguly Berdymukhammedov came to power in late 2006. More ...
